Gelbe Schilder gegen blauen Dunst

Artikel vom 18.08.2006 - Der Landbote,
Dominic Bretscher


ELGG - Wenn die Elgger Sekschüler am nächsten Montag nach den Ferien ihr Schulareal betreten, strahlen ihnen als Erstes fünf giftig gelbe Hinweistafeln entgegen. «Clean sein ist cool. Wir sind cool», steht dort. Und darunter: «Unsere Schule ist rauchfrei. Unsere Schule ist alkoholfrei.»

«Mit den Tafeln machen wir die Schüler mit solidarischen Mitteln auf unser neues Regelwerk zum Suchtmittelkonsum aufmerksam», erklärt Schulpräsident Giorgio Bösiger die Aktion. Die Schilder wenden sich allerdings nicht bloss an die Schüler. Auch die übrigen Schulhausbenützer sollen angesprochen werden. Dazu gehören Vereine, welche in den Schulräumen tagen oder Fussballer, welche die Turnanlage benützen. Und schliesslich soll auch die Lehrerschaft daran erinnert werden, dass der Glimmstängel auf dem Schulareal verboten ist. Zur Unterstreichung der Botschaft haben die Verantwortlichen «Opinion Leaders» verpflichtet, die auf den Hinweisschildern ihr Konterfrei präsentieren. Zu ihnen gehören der amtierende Äschli-Hauptmann Daniel von Ballmoos, die Junioren-Bahn-Weltmeisterin Andrea Wolfer, der Elgger Schulsozialarbeiter Dominique Meyer sowie Monika Akeret, Leiterin des örtlichen Teenagertreffs.

Schulweg gehört dazu

Das Rauch- und Alkoholverbot gilt auf dem erweiterten Schulareal: Wer in Sichtweite der Schule oder auf dem Schulweg gegen die Vorschriften verstösst, hat ebenfalls die Konsequenzen zu tragen. Diese sehen Verwarnungen, Zwiegespräche mit der Lehrperson, aber auch einen Zeugniseintrag unter «Sozialverhalten» vor. Renitente Missetäter werden zu einem Antirauchkurs auf der Suchtpräventionsstelle in Winterthur verknurrt. Bekiffte oder alkoholisierte Jugendliche haben noch schärfere Sanktionen zu befürchten: Beim ersten Vergehen erfolgt die Wegweisung vom Unterricht. Den Einwand des kantonalen Volksschulamtes, der Schulweg liege in der Kompetenz der Eltern, ist laut Bösiger zu relativieren: «Wir schieben nicht einfach den Schwarzen Peter hin und her. Unsere Massnahmen sind eine Hilfe für die Eltern.» Lediglich wenn es um den Niederschlag im Zeugnis gehe, würden sich die Eltern wahrscheinlich nicht mehr ganz so kooperativ zeigen, meint er. Während das Rauchverbot auf dem ganzen Areal zu befolgen ist, gilt beim Alkohol eine Sonderregelung: So werden bei besonderen Festivitäten Ausnahmen gemacht.

Laut Schulleiter Andreas von Ballmoos ist es nun Aufgabe der Lehrerschaft, die Schüler mit den Regeln und Konsequenzen vertraut zu machen. Giorgio Bösiger zeigt sich zuversichtlich, dass die Massnahmen greifen werden: «Bei den SBB hat es mit dem Rauchverbot schliesslich auch geklappt.»

Der Landbote, 18. August 2006