Immer noch werden Hexen verbrannt
auf den Scheiten der Ideologien.
Irgendwer ist immer der Böse im Land
und dann kann man als Guter
und die Augen voll Sand
in die heiligen Kriege ziehn!
(Hexeneinmaleins von Konstantin Wecker)
Was Konstantin Wecker in seinem Song im Jahr 1977 ausgedrückt hat, versuchen wir in den beiden Stücken „Häxewahn" und „Der blaue Stein" zu zeigen.

Mehr als eine Million Menschen wurden zwischen 1450 und 1750 in Mitteleuropa als Hexen und Zauberer verbrannt. Auch in der alten Eidgenossenschaft wurden unschuldige Menschen Opfer des Hexenwahns. Die Handlung des Stücks „Häxewahn" ist zwar erfunden, entspricht jedoch genau dem Ablauf eines Hexenprozesses Ende des 16. Jahrhunderts in unserem Land. In unserem Dorf gab es zwar keine Hexenverfolgungen, es gab keine Gerichtsverhandlungen gegen der Hexerei angeklagte Frauen in unserer Kirche, aber in katholischen wie reformierten Gebieten wurden Hexenprozesse geführt, oft fanden die Verhandlungen in sakralen Räumen statt, oft machte die Kirche dabei eine schlechte Figur.

Dass Gewalt gegen Andersdenkende und Ausgrenzung wie auch immer fremder Menschen nicht der Vergangenheit angehören, zeigt das Stück „Der blaue Stein". Es wurde 1993 in Deutschland unter dem Eindruck der Anschläge auf Ausländer geschrieben. Dem Fall liegt ein Ereignis aus Berlin zugrunde: Einem Mädchen wurde von Skinheads ein Hakenkreuz in die Stirn geritzt. Ausländerfeindlichkeit hat schon Max Frisch in seinem weltberühmten Stück „Andorra" thematisiert. Das Thema ist aktuell geblieben - leider.

Mit unseren beiden Stücken wollen wir weder provozieren, noch Akteure aus Vergangenheit und Gegenwart anklagen. Unser Anliegen ist es, das Publikum zum Nachdenken und zum Mitfühlen anzuregen. Wenn es uns gelingt, Herz und Verstand unserer Zuschauerinnen und Zuschauer anzusprechen, hat sich unser Einsatz und Engagement gelohnt. Die beiden Stücke sind mit dem Schlussapplaus nicht zu Ende, sie gehen weiter - im täglichen Leben.
Haut ist schwarz, Haut ist weiss,
die Sonne scheint kühl und die Sonne scheint heiss.
Wir wollen singen, wir wollen lachen
und auf dieser Welt endlich Frieden machen.
Fangen wir an, es ist an der Zeit,
die Erde ist rund und der Himmel ist weit.
(Schluss-Song „Der blaue Stein")